Erfahrungsbericht: Sommerferien in der JuniorAkademie Scharfenberg

von Alexander Meinicke, 10d

In den Sommerferien war es für mich stets wichtig, mich zu erholen, Spaß und Zeit mit Freunden zu haben und vielleicht sogar andere Gleichaltrige kennenzulernen. Doch selbst wenn das der Fall war – irgendwann werden die längsten Ferien des Jahres teils auch langweilig. Manchmal fehlt mir, so wie einigen anderen von meinen Freunden, dann der Umgang mit anderen Schülerinnen und Schülern, das Lernen spannender und interessanter Dinge, die sich nicht nach klassischem Schulunterricht anfühlen. Deshalb entstand für mich der Wunsch, auch in den Ferien etwas Neues zu lernen, mit anderen Schülern zusammenzukommen und all das mit einer entspannten Zeit und Freizeitaktivitäten zu verbinden.

Umso größer war demzufolge meine Überraschung, dass genau solch ein Angebot für interessierte und neugierige Schülerinnen und Schüler Berlins bereits existiert und man so die Chance hat, sich für einen Platz in der „JuniorAkademie Berlin“ zu bewerben. Dieses Camp findet jährlich zu Beginn der Sommerferien statt und bietet talentierten Jugendlichen Berlins die Chance, an Kursen und Angeboten zu verschiedenen Themenfeldern und Projekten teilzunehmen.

Nachdem meine Bewerbung angenommen wurde und ich die Wahl meiner Kurse getroffen hatte, war mir bereits bewusst, dass dieses „Ferienlager“ etwas sehr Besonderes sein würde. Die Einzigartigkeit der JuniorAkademie beginnt dabei bereits bei dem Ort, wo sie stattfindet. Pro Jahr verbringen 60 Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe (7. bis 10. Klassenstufe) neun Tage auf der Insel „Scharfenberg“, gelegen im Tegeler See. Das Camp nutzt hierbei die Einrichtungen der „Schulfarm Insel Scharfenberg“, eines ganzjährigen Internats. In dieser Zeit nimmt man als Teilnehmer sowohl an einem Kurs zu einem bestimmten Thema der Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften oder von anderen schulischen Fächern teil als auch an einem „kursübergreifenden Angebot“ wie Kunst oder Sport. Doch meine Erwartungen, dass diese Angebote größtenteils mit Lernen und Schulalltag zu tun haben, waren in keiner Weise zutreffend.

Nach kurzer Zeit in der JuniorAkademie wurde mir bewusst, dass man diese neun Tage nicht auf Kurse reduzieren kann. Es sind die Menschen, die man dort trifft, die Umgebung, in der man sich befindet, und die verbindende Atmosphäre auf der Insel, die diese Zeit wirklich ausmachen. Für mich dauerte es nur wenige Stunden und ich hatte das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft von neugierigen und interessierten Schülern zu sein, die alle auf eine besondere Art und Weise durch das Konzept der Akademie vereint werden.

Es gab zwar einen Tagesplan mit Kursstunden und Lerninhalten, doch mindestens genauso viel Zeit der gemeinsamen Aktivitäten. Zum Programm gehörten eine Kanutour um die Insel, eine Exkursion des jeweiligen Kurses durch ganz Berlin und eine Abschlussparty aller Teilnehmenden. Den Abschluss bildete eine Vorstellung der Ergebnisse aller Kurse in den Räumen des Humboldt-Gymnasiums Berlin. Diese Präsentation zeigte allen Teilnehmern und Familien abschließend nochmal das Wissen, welches in der Zeit der Akademie gewonnen wurde.

Ein solches Umfeld war völlig neu für mich und ich hatte vor der Teilnahme die Befürchtung, mich nicht gut integrieren zu können. Aber es dauerte nicht lange, bis ich erkannt hatte, dass im Konzept der JuniorAkademie auch diejenigen Anschluss und Freunde finden, die ansonsten damit Schwierigkeiten haben. Freunde aus der ganzen Stadt, die die gleichen Interessen teilen und mit denen man oftmals noch lange später im Kontakt bleibt.

Also: Wenn du gerne selbst neue Dinge zu spannenden und zugänglichen Themen lernst und Lust darauf hast, diese Erfahrungen mit anderen Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu machen, könnte die JuniorAkademie Scharfenberg für dich eine einzigartige Kombination aus Lernen und Freizeit sein.